Am 17. März 2001 feiert Siegfried Lenz, der „gelassene Beobachter des Lebens" (Marcel Reich-Ranicki), seinen 75. Geburtstag. In drei neuen Essays umkreist er die Rolle des Schriftstellers und der Literatur und stellt „Mutmaßungen" über deren Zukunft an. Wenn Siegfried Lenz am 17. März 2001 seinen 75. Geburtstag feiert, kann er auf eines der imposantesten Werke der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur zurückblicken. Mit seinem Debüt „Es waren Habichte in der Luft" (1951) und Büchern wie „So zärtlich war Suleyken" und „Deutschstunde" hat Siegfried Lenz Millionen von Lesern im In- und Ausland in seinen Bann gezogen – bis hin zu seinem jüngsten, im Herbst 1999 erschienenen Roman „Arnes Nachlaß", der die Kritik begeisterte: „Was Lenz erzählt, gehört zum Anrührendsten, das deutsche Autoren in diesem Jahrzehnt geschrieben haben." (Focus) Neben Romanen, Erzählungen, Theaterstücken und Hörspielen pflegte Siegfried Lenz immer die essayistische Form. Die in diesem Band gesammelten Arbeiten umkreisen die Frage nach der Wirkungsmöglichkeit von Literatur und Kunst heute. Die „Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur" betonen die Eigenständigkeit des literarischen Werkes und seine Möglichkeiten, sich gegenüber Texten der neuen Medien zu behaupten. Sie wenden sich so gegen die modische und voreilige Rede vom nahenden Ende des Gutenberg-Zeitalters. In „Aus der Nähe" widmet sich Lenz „seinen" großen Autoren der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts (Hemingway, Faulkner und Dos Passos), während er in „Das Kunstwerk als Regierungserklärung" die komplexen Zusammenhänge von Macht und Phantasie eindringlich reflektiert.