Ostern im Zwielicht. Ein entsetzliches Komplott bahnt sich an, mitten in Rom. Arbeiten die Kirche und ein skrupelloser Schokoladenhersteller Hand in Hand? Und was hat Oma Schöttler damit zu tun? Der international agierende Lindemann-Konzern, berühmt für seine apart gefüllten Ostereier, hat sich in diesem Jahr einiges ausgedacht, um lästige Eier-Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen. Eine Oster-Rallye, wie sie sonst nur Tabakmogule aushecken, soll den Verkauf ankurbeln. Dem Sieger winkt Geld ... und vor allem weltweiter Fernsehruhm, wenn am Ostersonntag Millionen von Menschen auf dem Markusplatz in Rom dem „Winner of the Lindemann Competition" zujubeln werden ... Am Aschermittwoch beginnt der gnadenlose Kampf um Rom. Schwerste Aufgaben haben die Teilnehmer, von mehreren TV-Stationen begleitet, zu bewältigen. Da gilt es, in einer Legebatterie selbstsitzend ein Ei auszubrüten, da heißt es, am Gründonnerstag eine wohlschmeckende Suppe aus neun geschützten Kräutern zu kochen, und da wird verlangt, die Häschenschule textfern für Erwachsene zu inszenieren. Allen Anforderungen zum Trotz: Am Ende dieses Marathons behält die rüstige Oma Schöttler die Oberhand. Sie darf – die Kooperation zwischen der verarmten katholischen Kirche und dem Schokokonzern funktioniert prächtig – eine wichtige Rolle beim traditionellen Ostersegen spielen. Nur hier wundern sich möglicherweise einige Zuschauer, dass der segnende Papst gut sichtbar ein Ei aus dem Hause Lindemann verspeist ... „Das Osterkomplott" gelesen von Gustav-Peter-Wöhler erschien als Hörbuch (CD) am 17. März 2000 bei Hoffmann und Campe. Der Autor: Dietmar Bittrich wäre gerne 1958 auf den Osterinseln geboren. Stattdessen lebt er heute in Hamburg, wo er Geschlechterstudien betreibt, nachzulesen in seinem Campe Paperback „Mann oh Mann" (1999), und sich den Festtagsbräuchen der Deutschen widmet. Nach Weihnachten – schriftlich festgehalten in „Der bitterböse Weihnachtsmann. Eine festliche Geschichte" (Hoffmann und Campe, 1999) – ist nun Ostern dran.